Zuchtidee

 
Liebe Freundinnen und Freunde des Islandpferdes,  
   

wenn ich Ihnen heute die Idee der Staudenpferdezucht erkläre, dann fragen Sie sich sicherlich, wie hängt das alles zusammen? Eben diese Fragen will ich Ihnen beantworten. Gleich vorweg sei es gesagt: Staudenpferde sind und bleiben reinrassige Isländer. Weshalb der Umweg dann über die Bezeichung „Staudenpferde“?

Wenn Sie so wollen, es war meine Vision von Kindesbeinen an. Anknüpfend an den alten isländischen Stamm der Svadastadirpferde möchte ich einen ganz besonderen Typ von Islandpferden herauszüchten. Bekanntlich gehen die Svadastadirpferde alle auf vier Zucht-Linien bzw. auf drei Pferde zurück. Es sind dies:

  • Hördur 591 aus der Kolkuósi-Linie
  • Godi 401 Saudárkróki aus der Axlarhagi-Linie
  • Randver 358 Kirkjubaer aus der Hofstadir- und Kirjubaear-Linie

Die von mir in erster Linie auf dieser genetischen Grundlage gezogenen Pferde haben eine weitere Zugangsvoraussetzung zu erfüllen. Jedes Staudenpferd führt mindestens das Blut von einem der vier Hengste, die in der isländischen Pferdezuchtgeschichte erstmals den Elitepreis für Nachkommen erhalten haben. Diese vier Hengste ( Neisti 587 frá Skollagróf, Sörli 653 frá Saudárkroki, Thattur 722 frá Krikjubaer, Hrafn 802 frá Holsmúla) waren damals das Fundament der neuzeitlichen Pferdezucht auf Island überhaupt. Für mich Grund genug, diese vier Hengste sowie die Linienbegründer des Svadastadir-Stammes zur genetischen Basis der Staudenpferdezucht zu erklären. Mein Ziel ist es, möglichst viele dieser Top-Vererber in den Abstammungsnachweisen der Staudenpferde zu sehen.

   

Die Bezeichung „Staudenpferde“ habe ich von meiner Heimatregion „ Stauden“ abgeleitet. Dort in den Stauden (ein Gebiet westlich von Augsburg) hatte ich als Kind das große Glück, bereits ein Islandpferd im Offenstall halten zu können. Diese Kindheit in den Stauden hat meine Vison entstehen lassen, irgendwann mal Pferde zu züchten, wie es meine Vorfahren auch schon getan haben.
So züchte ich nunmehr schon seit vielen Jahren Staudenpferde und freue mich, wenn meine Zuchtidee so nach und nach Früchte trägt.

Apropos Früchte tragen: Alles kommt nicht von ungefähr: Meinen Zuchtstamm habe ich 1990 direkt in Island geholt.

Auf dem Hof von Jóhann Porsteinsson und Sólveig Stefánsdóttir in Midsitju wurde ich fündig. Von dort stammen meine wichtigsten Zuchtstuten. Zusätzlich habe ich 2003 den Hengst „Flugar frá Hala“ eingesetzt, um weiteres „Midsitjublut“ bekommen zu können. Flugar ist einer der wenigen Nachkommen von Smidur frá Midsitju, der wiederum die bekannte Kraftla frá Saudárkróki zur Mutter hat. Auch der Vater von Smidur ist kein Unbekannter: Otur frá Saudárkróki 1050.


Die Vorfahren der Staudenpferde kommen ausschließlich aus Island
Die Reinrassigkeit ist und bleibt weiterhin das Zuchtziel

   

Die Staudenpferdezucht geht im Prinzip auf folgende drei Zuchtstuten zurück, die ich damals bei Joi und Sólveig gekauft habe:

  • Vaenting frá Svingnaskardi
  • Leiftra frá Mitsitju
  • Sinna frá Mitsitju

Leiftra war damals erst zwei Jahre und Sinna ein Jahr alt, als ich beide auf den Weiden von Midsitju entdeckte. Mit Joi und Solveig vereinbarte ich, dass die Jungstuten bei ihnen verbleiben können, bis sie dreijährig zum Hengst und dann tragend importiert werden können. Ich weiß es noch ganz genau: Per Fax habe ich dann Joi angewiesen, welche Stute zu welchem Hengst gehen soll.


Von Jóhann Porsteinsson und Sólveig Stefánsdóttir auf Midsitju stammen die Vorfahren
der Staudenpferdezucht

Aus der Anpaarung von Leiftra frá Mitsitju mit Hervar frá Saudárkróki wurde dann 1992 „Linda vom Staudenhof“ geboren. Von dieser Stute mit ihrem enormen Gangvermögen habe ich zwei Fohlen gezogen: Lina vom Staudenhof und Fáukur vom Staudenhof. Dazwischen und auch danach lief Linda als Sport A-Pferd auf Turnieren.

   

Der Staudenhof-Zuchtstamm habe ich 1993 durch den bereits in Island gekörten Hengst „Vorbodi frá Ibisholi 1172“ erweitert. Vorbodi führte das Blut des Elitepreishengstes „Hrafn frá Holtsmúla“ und lief 1993 die FEIF in Roderath mit der Note 8,26. Er wurde als Viergänger bester Hengst der gesamten Verantstaltung und bekam folgenden Richterspruch:
„Ausnahmepferd! Schön und sensibel in allen Gängen und Tempi“

Als im Jahr 2002 Johann Porsteinsson und Sólveig Stefánsdóttir aus Midsitju beim Landsmot „Züchter des Jahres“ wurden, war auch auf dem Staudenhof die Freude groß und der Ansporn noch größer, die Staudenpferdezucht auf den züchterischen Grundideen von Midsitju fortzuführen.

Mittlerweile konnten aus dem Staudenpferde-Zuchtstamm viele Elitefohlen und mehrere gekörte Hengste gezogen werden. Die Fohlen von „Verdandi vom Staudenhof“ und „Fáukur vom Staudenhof“ zeichnen sich durch überdurchschnittliche Qualität aus.

Als Züchter bin ich darauf stolz und meine größte Freude erlebe ich, wenn ich mit meinen Jungtieren Bodenarbeit mache und sich der gute Charakter der Staudenpferde-Nachzucht offenbart. So ist und bleibt die wichtigste Zuchtvorschrift für die Staudenpferde: Die Charakternote steht über allem.

Das Festhalten an dieser Grundidee hat sich bereits ausgewirkt:
Vorbodi frá Ibisholi hat 1993 eine Charakternote von 8,83 bekommen. Sein Sohn „Verdandi vom Staudenhof“ 2007 eine Charakternote von 8,67. Ich wünsche mir, dass sich auch in Zukunft der Charakter bei den Staudenpferden weiterhin so gut vererbt, wie in der Vergangenheit.

Charakterpferde zu züchten ist jetzt und in Zukunft meine Leidenschaft. Ich freue mich, wenn Sie daran teilhaben und grüße Sie ganz herzlich.

Ihr

Georg Johannes Miller


©Staudenpferde 2009
Islandpferdegestüt Staudenhof, Zur Größermühle 8, Diepoldshofen, 88299 Leutkirch, Tel. 07561/9813848 eMail info@staudenpferde.de